Posted by: amschulzes | March 31, 2014

Das politische System in der Schweiz (Niveau B1)

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Die Schweiz ist ein Bundesstaat, der aus einem Zusammenschluss von kleinen Staaten, den sogenannten Kantonen, entstanden ist. Es gibt 23 bzw. 26 Kantone, weil sechs Kantone auch als Halbkantone bezeichnet werden. Das Grundgesetz ist die Bundesverfassung aus dem Jahr 1848, die zuletzt 1999 geändert wurde. Wie auch in anderen Demokratien gibt es drei wichtige Institutionen:

1. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament, der so genannten Bundesversammlung, die in der Hauptstadt Bern tagt. Sie besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als direkte Vertreter des Volkes und dem Ständerat mit 46 Mitgliedern als Vertreter der Kantone. Jeder Kanton entsendet zwei Ständeräte nach Bern, jeder der sechs Halbkantone einen. Verhandlungssprachen in der Bundesversammlung sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Gesetze müssen von beiden Kammern diskutiert und angenommen werden. Das Schweizer Parlament ist ein Milizparlament, d.h. die Abgeordneten sind nicht hauptberuflich als Politiker tätig. Sie behalten ihre berufliche Tätigkeit.

2. Nationalrat und Ständerat bestimmen gemeinsam die Regierung, den Bundesrat und den Bundespräsidenten. Der Bundesrat wird für vier Jahre von der Bundesversammlung gewählt. Er besteht aus sieben Mitgliedern, die die einzelnen Departemente leiten. Die sieben Regierungsmitglieder treffen gemeinsam alle Entscheidungen. Man nennt diese Regierungspraxis das Kollegialsystem. Jedes Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates zum Bundespräsidenten gewählt. Er führt sein Departement weiter und hat vor allem repräsentative Aufgaben.

3. Die Rechtsprechung erfolgt durch das Schweizerische Bundesgericht mit Sitz in Lausanne. Die Bundesrichter werden ebenfalls durch die Bundesversammlung bestimmt. Nicht nur das Parlament, sondern auch die Bevölkerung gestaltet Verfassung und Gesetze aktiv mit. Mehrmals pro Jahr bekommen die Schweizer Bürgerinnen und Bürger Post von Bund, Kantonen und Gemeinden, um ihre Stimme zu Gesetzesvorhaben abzugeben. Die Bevölkerung kann aber auch über das Initiativrecht das Parlament beauftragen, einen Gesetzestext zu erarbeiten oder über einen Gesetzestext abstimmen zu lassen. Über das Referendumsrecht können Entscheidungen des Parlaments rückgängig gemacht werden.

Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung, ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Die Kantone haben eine starke Autonomie, zugleich beeinflussen sie auch die Bundespolitik. Erst 1971 führte die Schweiz als eines der letzten Länder in Europa das Frauenwahlrecht auf Bundesebene ein, im Kanton Appenzell-Innerrhoden erst 1990 auf kantonaler Ebene.

 

Aufgaben zum Text:  

Was passt? Kreuze die richtige Lösung an.

1. Die Schweiz ist ein Bundesstaat, der aus dem Zusammenschluss von Kantonen ………. .

‰ a) geändert wurde

‰ b) entstanden ist

‰ c) bezeichnet wird

 

2. Die Bundesversammlung ………. aus dem Nationalrat und dem Ständerat.

‰ a) bringt

‰ b) ist

‰ c) besteht

 

 3. Jeder Kanton kann zwei Ständeräte ………. .

‰ a) entsenden

‰ b) bestellen

‰ c) bringen

 

4. Die Abgeordneten im Parlament …… ihren Beruf nicht ………. . Sie sind weiterhin

berufstätig.

‰ a) geben … auf

‰ b) bleiben … mit

‰ c) nehmen … mit 

 

5. Der Bundesrat wird von der Bundesversammlung für vier Jahre ………. .

‰ a) bestimmt

‰ b) gemacht

‰ c) gelassen

  

6. Die Mitglieder des Bundesrates ………. die Departemente.

‰ a) sind

‰ b) leiten

‰ c) brauchen

 

7. Jedes Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates zum Bundespräsidenten ………. .

‰ a) gelassen

‰ b) geschickt

‰ c) gewählt

  

8. Mit dem Initiativrecht und dem Referendumsrecht können die Bürgerinnen

und Bürger direkt in die Politik ………. .

‰ a) streiten

‰ b) eingreifen

‰ c) bestimmen

 

 9. Die Schweiz hat erst 1971 das Frauenwahlrecht auf Bundesebene ………. .

‰ a) diskutiert

‰ b) eingeführt

‰ c) begrenzt

 

10. Die Kantone ………. großen Einfluss auf alle Bereiche der Politik.

‰ a) haben

‰ b) bringen

‰ c) geben

 

 

Fazit:

1b; 2c; 3a; 4a; 5a; 6b; 7c; 8b; 9b; 10a

Quelle: http://www.cornelsen.de/daf

© 2008 Cornelsen Verlag, Berlin.

 

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